DATEV Mittelstandsindex - 06/26

06/26

Umsatz fällt wieder unter Vorjahresniveau

Der DATEV Mittelstandsindex Umsatz fällt im Mai saison- und kalenderbereinigt auf 96,5 Punkte. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich ein Rückgang von 1,3 Prozent. Auf Jahressicht liegt der Umsatz saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders deutlich zeigt sich die Abschwächung im Handel, dessen Umsatz um 6,5 Prozent zurückgeht. Das Gastgewerbe bleibt mit plus 2,0 Prozent die einzige der betrachteten Branchen mit einem Zuwachs. Dabei ist ein möglicher Kalendereffekt durch einen zusätzlichen Feiertag im Vergleich zum Vorjahresmonat zu berücksichtigen.

Beim Lohnindex setzt sich der Anstieg fort, verliert jedoch weiter an Tempo. Saison- und kalenderbereinigt liegt der Index im Mai bei 124,3 Punkten und geht gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zurück. Im Vorjahresvergleich steigen die Löhne um 4,4 Prozent. Die höchsten Zuwächse zeigen sich weiterhin im Gastgewerbe mit 7,3 Prozent sowie bei mittleren Unternehmen mit 5,4 Prozent.

Die Beschäftigung bleibt insgesamt nahezu stabil. Der saison- und kalenderbereinigte Index liegt im Mai bei 101,0 Punkten und geht gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozent zurück. Im Vorjahresvergleich ergibt sich ein geringes Minus von 0,1 Prozent.

Die inzwischen drei Jahre andauernde Umsatzschwäche im Mittelstand setzt sich fort. Während sich das Gastgewerbe im Mai weiterhin behauptet, liegen Handel, Baugewerbe und Verarbeitendes Gewerbe deutlich unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt zeigt sich, wie ungleich die Belastungen wirken und wie stark viele Branchen weiterhin mit strukturellem und konjunkturellem Gegenwind zu kämpfen haben.

Prof. Dr. Robert Mayr - CEO DATEV
Prof. Dr. Robert Mayr
CEO DATEV eG

Mittelstandsindex Umsatz

Umsatz fällt wieder unter Vorjahresniveau

Der unbereinigte Umsatzindex* beträgt im Mai 92,5 Punkte. Saison- und kalenderbereinigt liegt der Index bei 96,5 Punkten und geht gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent zurück.

Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Rückgang. Unbereinigt sinkt der Umsatz um 4,8 Prozent, saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent.

Detailbetrachtung Umsatz

Umsatz nach Branchen

Gastgewerbe bleibt als einzige Branche im Plus

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich legt das Gastgewerbe um 2,0 Prozent zu und verzeichnet damit als einzige der dargestellten Branchen einen Zuwachs. Der Handel weist mit minus 6,5 Prozent den stärksten Rückgang auf. Auch das Baugewerbe liegt mit minus 5,8 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Bei der Einordnung der Entwicklung ist zu beachten, dass der Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat einen zusätzlichen Feiertag hatte. Dieser Kalendereffekt kann den Handel belastet und zugleich das Gastgewerbe gestützt haben.

Umsatz nach Bundesländern

Bremen mit höchstem Plus im Vorjahresvergleich

Die dargestellten Werte beziehen sich auf den Monat April. Deutschlandweit zeigt sich im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich eine leichte Belebung von 0,5 Prozent. Auch in den Bundesländern ergibt sich überwiegend ein positives Bild. Bremen verzeichnet mit 4,8 Prozent den höchsten Zuwachs, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 2,7 Prozent und Berlin mit 1,5 Prozent. Auch Berlin, Hessen, Hamburg und Sachsen-Anhalt liegen mit Zuwächsen von mehr als einem Prozent über dem Vorjahresniveau.

Rückgänge zeigen sich nur in wenigen Bundesländern. Die stärksten Einbußen verzeichnet das Saarland mit minus 1,0 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg mit minus 0,7 Prozent und Rheinland-Pfalz mit minus 0,5 Prozent.

Umsatz nach Unternehmensgrößen

Kleinstunternehmen mit deutlichstem Umsatzminus

Bei den Unternehmensgrößen zeigt sich ein differenziertes Bild. Mittlere Unternehmen liegen mit 0,2 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau. Kleine Unternehmen verzeichnen ein Minus von 0,9 Prozent. Am deutlichsten fällt der Rückgang bei Kleinstunternehmen mit minus 5,0 Prozent aus.

Mittelstandsindex Lohn

Lohnanstieg setzt sich mit geringerem Tempo fort

Der unbereinigte Lohnindex erreicht im Mai 122,8 Punkte. Saison- und kalenderbereinigt liegt der Index bei 124,3 Punkten und sinkt gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr liegen die Löhne jedoch weiterhin deutlich höher. Unbereinigt beträgt der Anstieg 4,3 Prozent, saison- und kalenderbereinigt 4,4 Prozent.

Detailbetrachtung Lohn

Lohn nach Branchen

Gastgewerbe mit höchstem Lohnanstieg

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigen die Löhne in allen dargestellten Branchen. Den höchsten Zuwachs verzeichnet das Gastgewerbe mit 7,3 Prozent. Auch die Sonstigen Dienstleistungen liegen mit 5,8 Prozent deutlich über Vorjahr. Am geringsten fällt der Anstieg im Baugewerbe mit 1,7 Prozent aus.

Lohn nach Bundesländern

Berlin bleibt an der Spitze der Lohnentwicklung

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigen die Löhne in allen Bundesländern. Berlin weist mit 6,0 Prozent den höchsten Zuwachs auf. Danach folgen Bremen mit 5,4 Prozent und Bayern mit 5,3 Prozent. Den geringsten Anstieg verzeichnet Sachsen mit 4,1 Prozent.

Lohn nach Unternehmensgrößen

Mittlere Unternehmen mit stärkstem Lohnzuwachs

Bei mittleren Unternehmen steigen die Löhne saison- und kalenderbereinigt um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kleinstunternehmen folgen mit 4,6 Prozent. Bei kleinen Unternehmen fällt der Anstieg mit 4,2 Prozent am niedrigsten aus.

Mittelstandsindex Beschäftigung

Beschäftigung nahezu stabil

Der unbereinigte Beschäftigungsindex liegt im Mai bei 101,3 Punkten. Saison- und kalenderbereinigt beträgt der Index 101,0 Punkte und geht gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sinkt die Beschäftigung unbereinigt als auch saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent.

Detailbetrachtung Beschäftigung

Beschäftigung nach Branchen

Sonstige Dienstleistungen als einzige Branche im Plus

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich liegen die Sonstigen Dienstleistungen mit 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. In den übrigen dargestellten Branchen geht die Beschäftigung zurück. Den stärksten Rückgang verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe mit minus 1,4 Prozent.

Beschäftigung nach Bundesländern

Schleswig-Holstein mit dem stärksten Plus

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich zeigt sich in den Bundesländern ein uneinheitliches Bild. Schleswig-Holstein verzeichnet mit 0,5 Prozent den höchsten Zuwachs. Auch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern liegen leicht über dem Vorjahresniveau.

Den stärksten Rückgang weist Sachsen-Anhalt mit minus 1,1 Prozent auf. Berlin und Brandenburg liegen mit minus 0,7 beziehungsweise minus 0,8 Prozent ebenfalls unter Vorjahr.

Beschäftigung nach Unternehmensgrößen

Kleinstunternehmen weiter über Vorjahr

Bei der Beschäftigungsentwicklung zeigt sich ein klares Gefälle nach Unternehmensgröße. Während Kleinstunternehmen ihre Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,7 Prozent ausweiten, stagniert sie in kleinen Unternehmen. Mittlere Unternehmen bauen dagegen weiterhin Personal ab; hier liegt die Beschäftigung um minus 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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