DATEV Mittelstandsindex - 05/26

05/26

Umsätze stabil, Arbeitsmarkt verhalten

Der DATEV Mittelstandsindex Umsatz erreicht im April saison- und kalenderbereinigt 98,4 Punkte. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent. Auf Jahressicht ist das ein nominaler Zuwachs von 1,2 Prozent, der auf nominaler Basis auf eine leichte Stabilisierung gegenüber dem Vorjahr hindeutet. Diese wird vor allem vom Gastgewerbe getragen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahresmonat im Gastgewerbe außergewöhnlich schwach ausfiel. Zusätzlich dürfte die aktuell wirksame Senkung der Mehrwertsteuer im Gastgewerbe die Umsätze stützen. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg weniger als Ausdruck einer breiten konjunkturellen Belebung zu werten, sondern maßgeblich durch Sondereffekte geprägt. Das Baugewerbe und der Handel hingegen bremsen. Die Ergebnisse variieren je nach Unternehmensgröße, da insbesondere kleine Unternehmen zur positiven Entwicklung beitragen, während Kleinstunternehmen weiterhin unter dem Vorjahresniveau liegen.

Beim Lohnindex setzt sich der Anstieg fort, verliert jedoch leicht an Tempo. Saison- und kalenderbereinigt steigt er auf 124,8 Punkte und legt gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent zu. Im Vorjahresvergleich ergibt sich ein Plus von 4,9 Prozent. Die Löhne entwickeln sich nach wie vor deutlich oberhalb der allgemeinen Preisentwicklung.

Die Beschäftigungsentwicklung bleibt insgesamt verhalten. Der saison- und kalenderbereinigte Index liegt im April bei 100,9 Punkten und geht gegenüber dem Vormonat leicht zurück; im Vorjahresvergleich ergibt sich ein Minus von 0,2 Prozent. Der Beschäftigungsabbau findet insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen statt. Der Beschäftigungsabbau dürfte zu einer entspannteren Situation am Arbeitsmarkt führen, von der insbesondere Kleinstunternehmen profitieren können.

Die nominalen Umsatzzuwächse im Mittelstand sind kein Signal für eine breite Erholung; die Wirtschaft verharrt in einer Seitwärtsbewegung. Zwar ist das Gastgewerbe seit Jahresbeginn erstmals ein Lichtblick, doch dieser Effekt relativiert sich angesichts der schwachen Vorjahresbasis. Für eine echte Trendwende fehlt es weiterhin an branchenübergreifender Dynamik. 

Prof. Dr. Robert Mayr - CEO DATEV
Prof. Dr. Robert Mayr
CEO DATEV eG

Mittelstandsindex Umsatz

Schwache Umsatzentwicklung

Der unbereinigte Umsatzindex* beträgt im April 98,5 Punkte. Saison- und kalenderbereinigt ergibt sich gegenüber dem Vormonat ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent.

Im Vorjahresvergleich ist eine leichte Belebung erkennbar. Unbereinigt steigt der Umsatz um 1,1 Prozent, saison- und kalenderbereinigt um 1,2 Prozent.

Detailbetrachtung Umsatz

Umsatz nach Branchen

Starkes Wachstum im Gastgewerbe

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich legt das Gastgewerbe um 7,1 Prozent zu und verzeichnet damit den höchsten Anstieg. Dies ist auf einen schwachen April 2025 zurückzuführen. Auch das Verarbeitende Gewerbe entwickelt sich stabiler, wobei das Baugewerbe mit einem Minus von 6,1 Prozent besonders deutlich zurückfällt.

Umsatz nach Bundesländern

Saarland mit dem stärksten Plus

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich zeigt sich in den Bundesländern ein gemischtes Bild. Den höchsten Anstieg verzeichnet das Saarland mit 2,7 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 2,1 Prozent. Dagegen geht der Umsatz in Hamburg um 4,4 Prozent zurück und weist damit die deutlichste Abnahme auf.

Die dargestellten Werte beziehen sich auf den Monat März. Die Umsätze sind dabei maßgeblich durch die Entwicklung der Kleinstunternehmen geprägt.

Umsatz nach Unternehmensgrößen

Kleine Unternehmen treiben Umsatzindex

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigen die Umsätze bei kleinen Unternehmen um 3,1 Prozent und entwickeln sich am dynamischsten. Dagegen gehen sie bei Kleinstunternehmen um 1,1 Prozent zurück, während bei mittleren Unternehmen ein moderates Plus von 0,8 Prozent zu verzeichnen ist.

Mittelstandsindex Lohn

Lohnzuwächse halten an, Wachstum verliert etwas an Tempo

Der unbereinigte Lohnindex liegt im April bei 122,8 Punkten. Saison- und kalenderbereinigt steigt der Index gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozent.

Im Vorjahresvergleich bleiben die Zuwächse deutlich. Unbereinigt beträgt der Anstieg 5,2 Prozent, saison- und kalenderbereinigt 4,9 Prozent.

Detailbetrachtung Lohn

Lohn nach Branchen

Gastgewerbe bleibt die wachstumsstärkste Branche

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigen die Löhne im Gastgewerbe um 6,6 Prozent und verzeichnen damit den höchsten Zuwachs. Auch die Sonstigen Dienstleistungen entwickeln sich mit 5,9 Prozent spürbar positiv. Das Verarbeitende Gewerbe zeigt mit 4,0 Prozent die geringste Dynamik.

Lohn nach Bundesländern

Berlin an der Spitze der Lohnentwicklung

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigen die Löhne in allen Bundesländern. Den höchsten Anstieg verzeichnet Berlin mit 6,1 Prozent. Hamburg bildet mit einem Plus von 4,6 Prozent das Schlusslicht.

Lohn nach Unternehmensgrößen

Kaum Unterschiede bei der Lohndynamik zwischen den Größenklassen

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigen die Löhne bei mittleren Unternehmen um 5,5 Prozent am deutlichsten. Während sich bei Kleinstunternehmen ebenfalls Lohnzuwächse zeigen, fallen diese bei kleinen Unternehmen mit 4,7 Prozent vergleichsweise gering aus.

Mittelstandsindex Beschäftigung

Beschäftigung weiterhin leicht rückläufig

Der unbereinigte Beschäftigungsindex erreicht im April 100,8 Punkte. Saison- und kalenderbereinigt liegt er bei 100,9 Punkten und zeigt gegenüber dem Vormonat einen leichten Rückgang.

Im Vorjahresvergleich ergibt sich ein Minus von 0,2 Prozent.

Detailbetrachtung Beschäftigung

Beschäftigung nach Branchen

Verarbeitendes Gewerbe am stärksten rückläufig

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich geht die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe um 1,4 Prozent zurück und verzeichnet damit branchenübergreifend die stärkste Abnahme. Auch im Baugewerbe zeigen sich Rückgänge, während die Sonstigen Dienstleistungen mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent stabilisieren.

Beschäftigung nach Bundesländern

Größter Beschäftigungsrückgang in Ostdeutschland

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich zeigt sich in den Bundesländern ein uneinheitliches Bild. In Sachsen-Anhalt fällt der Rückgang mit 1,8 Prozent am stärksten aus. Demgegenüber verzeichnen Schleswig-Holstein und Hessen Zuwächse von jeweils 0,3 Prozent, während sich die übrigen Bundesländer weitgehend nahe auf Vorjahresniveau bewegen.

Beschäftigung nach Unternehmensgrößen

Stärkster Rückgang bei mittleren Unternehmen

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich steigt die Beschäftigung bei Kleinstunternehmen um 0,7 Prozent. Bei kleinen Unternehmen zeigt sich nur eine geringe Abnahme, während mittlere Unternehmen mit einem Rückgang von 0,9 Prozent den stärksten Rückgang aufweisen.

Feedback geben
Gesamtreport als PDF downloaden
Veröffentlichungskalender
Newsletter abonnieren