DATEV Mittelstandsindex - 08/26

08/26

Umsätze drehen im Juli wieder ins Minus

Der DATEV Mittelstandsindex Umsatz liegt im Juli saison- und kalenderbereinigt bei 95,2 Punkten und fällt gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent zurück. Im Vorjahresvergleich ergibt sich saison- und kalenderbereinigt ein Minus von 2,0 Prozent. Damit rutscht die Umsatzentwicklung nach dem Plus im Juni wieder unter das Vorjahresniveau. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche im Baugewerbe, im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe. Das Gastgewerbe bildet mit einem Plus von 5,9 Prozent ein klares Gegengewicht.

Der Lohnindex liegt im Juli saison- und kalenderbereinigt bei 126,2 Punkten. Gegenüber dem Vormonat geht er leicht um 0,3 Prozent zurück, gegenüber dem Vorjahresmonat liegen die Löhne jedoch 4,9 Prozent höher. Die Zuwächse verlieren damit gegenüber Juni an Tempo, bleiben aber branchen- und länderübergreifend deutlich.

Die Beschäftigung bewegt sich im Juli leicht unter dem Vorjahresniveau. Der saison- und kalenderbereinigte Index beträgt 100,9 Punkte, 0,2 Prozent weniger als im Vormonat. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein Minus von 0,2 Prozent. Während die Sonstigen Dienstleistungen weiterhin über dem Vorjahresniveau liegen, verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe den stärksten Rückgang.

Die Umsätze geben wieder nach, und die Schwäche zeigt sich in mehreren zentralen Branchen. Einzelne Lichtblicke können diese Entwicklung nicht ausgleichen. Für viele mittelständische Unternehmen bleibt das wirtschaftliche Umfeld damit angespannt. Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht erkennbar.

Prof. Dr. Robert Mayr - CEO DATEV
Prof. Dr. Robert Mayr
CEO DATEV eG

Mittelstandsindex Umsatz

Umsatz wieder unter Vorjahresniveau

Der unbereinigte Umsatzindex* beträgt im Juli 102,0 Punkte. Saison- und kalenderbereinigt liegt der Index bei 95,2 Punkten und geht gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent zurück.

Im Vorjahresvergleich zeigt sich eine klare Eintrübung. Unbereinigt liegt der Umsatz um 2,1 Prozent unter dem Vorjahresmonat, saison- und kalenderbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 2,0 Prozent. Nach dem Plus im Juni rutscht die Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich wieder ins Minus.

Detailbetrachtung Umsatz

Umsatz nach Branchen

Baugewerbe mit dem stärksten Rückgang

Im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich ist das Baugewerbe mit minus 9,9 Prozent am stärksten rückläufig. Auch der Handel liegt mit minus 6,6 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Verarbeitenden Gewerbe beträgt der Rückgang 5,0 Prozent, bei den Sonstigen Dienstleistungen 4,8 Prozent.

Das Gastgewerbe bildet ein Gegengewicht: Mit plus 5,9 Prozent ist es die einzige der dargestellten Branchen mit einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr.

Umsatz nach Bundesländern

Regionale Umsatzentwicklung mit zeitlichem Nachlauf

Auf Ebene der Bundesländer liegen die aktuell auswertbaren Umsatzdaten mit einem zeitlichen Nachlauf von einem Monat vor. Sie beziehen sich daher auf den Berichtsmonat Juni und zeigen gegenüber dem Vorjahr überwiegend eine positive Entwicklung. Den stärksten saison- und kalenderbereinigten Vorjahreszuwachs verzeichnet Bremen mit plus 5,4 Prozent. Dahinter folgen Hamburg mit plus 2,8 Prozent und Hessen mit plus 2,5 Prozent.

Rückläufig entwickeln sich die Umsätze hingegen im Saarland mit minus 0,8 Prozent. Auch Brandenburg bleibt mit minus 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Nordrhein-Westfalen stagniert.

Umsatz nach Unternehmensgrößen

Kleinstunternehmen am deutlichsten unter Vorjahr

Nach Unternehmensgrößen liegen im Juli alle dargestellten Gruppen unter dem Vorjahresniveau. Am stärksten betroffen sind Kleinstunternehmen mit minus 4,6 Prozent. Kleine Unternehmen verzeichnen ein Minus von 2,0 Prozent.

Mittlere Unternehmen schneiden mit minus 0,7 Prozent vergleichsweise stabiler ab, bleiben aber ebenfalls unter dem Vorjahreswert. Damit hat sich die Umsatzschwäche gegenüber dem Juni über alle Größenklassen hinweg ausgeweitet.

Mittelstandsindex Lohn

Lohnanstieg verliert an Tempo

Der unbereinigte Lohnindex liegt im Juli bei 126,8 Punkten. Saison- und kalenderbereinigt beträgt der Index 126,2 Punkte und geht gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zurück.

Im Vorjahresvergleich steigen die Löhne weiter deutlich. Unbereinigt ergibt sich ein Plus von 5,0 Prozent, saison- und kalenderbereinigt von 4,9 Prozent. Damit hat sich die Dynamik gegenüber Juni zwar abgeschwächt, der Zuwachs bleibt jedoch deutlich.

Detailbetrachtung Lohn

Lohn nach Branchen

Gastgewerbe mit höchstem Lohnzuwachs

Die Löhne steigen im Juli in allen dargestellten Branchen gegenüber dem Vorjahr. Den höchsten saison- und kalenderbereinigten Zuwachs verzeichnet das Gastgewerbe mit plus 6,5 Prozent. Auch bei den Sonstigen Dienstleistungen steigen die Löhne mit plus 5,6 Prozent deutlich.

Im Handel steigen die Löhne um 5,1 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe liegt bei plus 4,1 Prozent, das Baugewerbe mit plus 3,9 Prozent am unteren Ende der dargestellten Branchen.

Lohn nach Bundesländern

Berlin an der Spitze der Lohnentwicklung

In allen Bundesländern liegen die Löhne im Juli über dem Vorjahresniveau. Berlin weist mit plus 5,7 Prozent den höchsten saison- und kalenderbereinigten Anstieg auf. Schleswig-Holstein folgt mit plus 5,6 Prozent, Bayern mit plus 5,5 Prozent.

Am unteren Ende stehen Niedersachsen und das Saarland mit jeweils plus 4,7 Prozent. Die geringe Spannweite unterstreicht, dass die Löhne über alle Bundesländer hinweg deutlich steigen.

Lohn nach Unternehmensgrößen

Mittlere Unternehmen mit stärkstem Lohnanstieg

Nach Unternehmensgrößen steigen die Löhne bei mittleren Unternehmen mit plus 5,8 Prozent am stärksten. Kleinstunternehmen folgen mit plus 5,6 Prozent.

Bei kleinen Unternehmen beträgt der saison- und kalenderbereinigte Vorjahresanstieg 4,9 Prozent. Damit liegen alle Größenklassen weiter deutlich über dem Vorjahresniveau, die Zuwächse fallen jedoch weniger stark aus als im Juni.

Mittelstandsindex Beschäftigung

Beschäftigung leicht rückläufig

Der unbereinigte Beschäftigungsindex erreicht im Juli 101,7 Punkte. Saison- und kalenderbereinigt liegt er bei 100,9 Punkten. Gegenüber Juni ergibt sich ein Minus von 0,2 Prozent.

Im Vorjahresvergleich liegt die Beschäftigung leicht unter dem Niveau des Vorjahresmonats: unbereinigt wie saison- und kalenderbereinigt um jeweils 0,2 Prozent. Insgesamt fällt der Rückgang damit moderat aus, bestätigt aber die leicht rückläufige Beschäftigungsentwicklung.

Detailbetrachtung Beschäftigung

Beschäftigung nach Branchen

Sonstige Dienstleistungen bleiben über Vorjahresniveau

Bei der Beschäftigung liegen die Sonstigen Dienstleistungen als einzige der dargestellten Branchen über dem Vorjahresniveau. Der saison- und kalenderbereinigte Zuwachs beträgt 0,7 Prozent.

In den übrigen Branchen ist die Beschäftigung rückläufig. Den stärksten Rückgang verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe mit minus 1,5 Prozent. Im Baugewerbe beträgt das Minus 1,2 Prozent, im Gastgewerbe 1,1 Prozent und im Handel 0,6 Prozent.

Beschäftigung nach Bundesländern

Schleswig-Holstein hebt sich positiv ab

Regional reicht die Spanne von plus 0,5 Prozent in Schleswig-Holstein bis minus 1,8 Prozent in Brandenburg. Hessen und Bayern liegen mit jeweils plus 0,1 Prozent ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert.

Am unteren Ende folgen Sachsen-Anhalt mit minus 1,3 Prozent sowie Mecklenburg-Vorpommern und Bremen mit jeweils minus 0,8 Prozent. Die meisten Bundesländer bewegen sich nahe am Vorjahresniveau.

Beschäftigung nach Unternehmensgrößen

Kleinstunternehmen halten Beschäftigung im Plus

Bei den Kleinstunternehmen liegt die Beschäftigung im Juli saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Kleine Unternehmen bewegen sich mit minus 0,2 Prozent knapp darunter.

Mittlere Unternehmen verzeichnen mit minus 0,7 Prozent den stärksten Rückgang unter den dargestellten Größenklassen. Die Beschäftigungsentwicklung fällt damit bei kleineren Einheiten stabiler aus als bei mittleren Unternehmen.

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